Steep - Road to the Olympics

Spielname: Steep - Road to the Olympics
Hersteller: Ubisoft
Vertrieb: Ubisoft
Erhältlich ab: 05.12.2017
Gesamt: befriedigend

Hippe Action in Pyeongchang

Ein wirklich gelungenes Spiel zu Olympischen Sommer- oder Winterspielen gibt es streng genommen schon seit seit vielen Jahren nicht mehr. Während beim König Fußball Jahr für Jahr in neuen Nuancen gen Perfektion gestrebt wird, sieht es beim restlichen Sportspiele-Markt ohnehin ziemlich düster aus. Und Olympia wird da, wenn überhaupt, eher formell abgearbeitet - siehe das lieblose "Vancouver 2010". "Beijing 2008" war besser, ist aber ja nun auch schon zehn Jahre her. 2014 (Sotschi) übernahmen gar Mario und Sonic die zugegeben schwere Aufgabe, passend zum größten Sportereignis des Jahres eine Spiele-Kombi zu präsentieren. Nun also liegt die offizielle Lizenz bei Ubisoft, die kein neues Game schufen, sondern die Lizenz für ein Add-on zum Wintersportspiel "Steep" nutzten. Was dann eben auch bedeutet: Zielgruppe sind ungemein hippe 14- bis 19-Jährige. Da die sich aber in der Regel für die Olympischen Winterspiele so rein gar nicht interessieren, wird's halt a schware Partie.

Schon in der offiziellen Ankündigung hieß es wie folgt: "Designt für Neueinsteiger und Spieler, die ihre Freestyle-Tricks verbessern und die neue Slopestyle-Disziplin ausprobieren wollen." Was wiederum bedeutet: "Steep - Road to the Olympics" deckt rein inhaltlich nur einen sehr kleinen Teil der Olympischen Spiele ab. Die Disziplinen: Riesenslalom, Slalom, Super-G, Downhill, Parallel Giant Slalom, Halfpipe, Snowboard Cross, Slopestyle, Big Air, Ski Halfpipe, Ski Cross und Ski Slopestyle.

Großartig ist das, findet zum Beispiel Sage Kotsenburg, amerikanischer Snowboarder, der bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014 die erste olympische Goldmedaille im Snowboard-Slopestyle der Männer gewann. Scotty James, australischer Snowboarder und zweifacher Halfpipe-Champion und 2017 Superpipe-Champion, ist ebenso ein Fan. Aber auch Athleten des alpinen Skisports äußern sich in Video-Interviews innerhalb des Spiels, darunter Lindsey Vonn, Alexis Pinturault und Tessa Worley.


Indes setzt das neue "Steep" zunächst nur auf die Trendsportarten Slopestyle, Halfpipe und Big Air. Hier beginnt eine "Werde zur Legende"-Kampagne, in der zahlreiche Trainingseinheiten und verschiedene Wettbewerbe zu absolvieren sind, an deren Ende dann die Olympische Spiele in Pyeongchang stehen. Ob man also über Rampen rast und spektakuläre Tricks vollführt oder auf fein gestalteten Pisten seine Fähigkeiten zeigt - die Macher haben den Weg nach Südkorea durchaus abwechslungsreich und visuell spektakulär gestaltet. Zumal auch die Steuerung sehr intuitiv funktioniert und damit viel Präzision zulässt. Was auch nötig ist: Gerade die Abfahrten mit den neuen Regionen in Japan und Südkorea sind fordernd.


Während die Games zu den verschiedenen Olympischen Spielen in der Vergangenheit eher für Casual Gamer ausgerichtet waren, setzt Ubisoft auf die Trendsport-affine Zielgruppe und damit auch auf ein gewisses Grundverständnis für Backflip, Triple Rodeo und Double-Flatspin.


Erst bei den Spielen selbst kommen dann die regulären alpinen Disziplinen wie Abfahrt oder Riesenslalom zum Zug. Sie wirken eher wie eine notwendige Dreingabe, was der ohnehin recht kühlen, atmosphärearmen Präsentation nicht gut tut.


Für Fans aktueller im Trend liegender Wintersportarten taugt das Add-on also ohne Frage gut. Wer an Olympia selbst und seiner Vielfalt interessiert ist, sollte die Finger davon lassen. Ob Biathlon oder Skispringen, ob Rodeln oder Nordische Kombination - all diese Sportarten fesseln Winter für Winter vor den TV-Geräten Millionen. Für den Spielemarkt scheinen sie nicht mehr zu taugen ... schade drum.


"Steep: Road to the Olympics" gibt es entweder als Add-on zum inzwischen recht preiswert zu habenden "Steep" oder auch im Paket.


Christopher Zallmann

Trailer

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