FIFA 18

Spielname: FIFA 18
Hersteller: EA
Vertrieb: EA
Erhältlich ab: 29.09.2017
Gesamt: sehr gut

Auf Jahre gesetzt

Der Fan-Wunsch war Electronic Arts Befehl: Im aktuellsten "FIFA"-Ableger mit der Rückennummer 18 lässt sich nun auch die deutsche 3. Liga spielen. Der Hersteller schloss einen entsprechenden Lizenz-Deal mit dem DFB ab, der nicht nur die 20 aktuellen Mannschaften umfasst, sondern auch noch den deutschen Pokal-Wettbewerb beinhaltet. Wer also schon immer mal mit Traditionsvereinen wie SC Preußen Münster, Fortuna Köln oder der SpVgg Unterhaching auflaufen und gegen die "Großen" aus der 1. und 2. Bundesliga im Berliner Olympiastadion den Henkelpott holen wollte, hat ab 29. September die Möglichkeit dazu. Dann erscheint "FIFA 18" für nahezu alle System.

Wichtiger noch als die Integration der 3. Liga und des DFB-Pokals dürfte jedoch eine andere Vereinbarung für den künftigen Erfolg der Fußballsimulationsreihe hierzulande sein: Vor einigen Monaten hatte die DFL die Bundesliga-Rechte für digitale Medien neu ausgeschrieben. Und EAs Konkurrent Konami kündigte an, bis an die Schmerzgrenze gehen zu wollen, um das seit über 20 Jahre bestehende "FIFA"-Monopol zu brechen. Es hat offenbar jedoch nicht gereicht: Auch in den kommenden Spielzeiten von 2018/19 bis 2021/22 liegen die Lizenzrechte im Bereich "Match-Simulation" allein bei EA. Bedeutet: Wer mit Bayern, Schalke, Leverkusen und Co. antreten möchte, kommt an "FIFA" nur schwer vorbei.

Neben rund 1000 Club-Teams aus den Top-Ligen der Welt, 50 Nationalmannschaften (auch Island ist diesmal mit dabei) und rund 50 lizenzierten Wettbewerben liefert "FIFA 18" nahezu alles, was das Fußballer-Herz begehrt. Und noch einiges mehr - angefangen bei der beeindruckenden Präsentation mit absolut authentisch nachempfundenen und animierten Superstars wie Lionel Messi, Neymar oder Cristiano Ronaldo. Letzterer hat's nach Jahren endlich auf das Cover geschafft - und ist auch der beste Spieler im Aufgebot, nicht zuletzt wegen seiner Sprint-, Dribbel- und Abschlussstärke.


Schnelligkeit ist in "FIFA 18" mehr denn je eine Waffe - zum einen, weil das Spieltempo allgemein etwas gedrosselt wurde und die virtuellen Profis auf Richtungsänderungen etwas träger reagieren, was vor allem die Abwehrarbeit erschwert. Zum anderen, weil auch Sturmläufe über die Außenpositionen nun wieder etwas mächtigere taktische Mittel sind, da sich die Schlenzer an den ersten oder zweiten Pfosten deutlich präziser steuern lassen. Anders formuliert: Die hohen Bälle landen nicht mehr ständig im Zentrum des Strafraums wie bei "FIFA 17".


Geblieben ist dagegen die enorme Vielzahl von On- und Offline-Modi - inklusive der Karriere von Alex Hunter, der es in "FIFA 17" vom Talent zum Profi in der englischen Premier League geschafft hat und nun in seine zweite Saison startet, mit dem großen Ziel vor Augen, zu einem noch größeren Verein zu wechseln. Seine Fähigkeiten auf dem Platz entscheiden ebenso über den Fortgang der Geschichte wie die Antworten des Spielers bei Interviews, Kabinenansprachen oder Begegnungen mit allerlei digitalisierten Superstars. Wie schon beim Vorgänger ist der Weg an die Spitze alles andere als einfach - Rückschläge und andere Sportfilm-Klischees inklusive. Spannend und aufwendig inszeniert ist das Ganze aber allemal. Der allseits beliebte und für EA äußerst lukrative Sammelkarten Modus "Fifa Ultimate Team" beinhaltet diesmal Ikonen wie Maradona und Pelé, die in "FIFA 17" nur Xbox-Besitzern vorbehalten waren.


Fazit: Von kleinen Balancing-Problemen abgesehen, gibt "FIFA 18" kaum Anlass zur Kritik. Das Spiel ist ein Rundum-sorglos-Paket - mit spürbaren, aber keinen sonderlich gravierenden Neuerungen und einer Modi-Vielfalt, die auf Wochen und Monate hinaus bestens beschäftigt.


Gerd Hilber
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