Mario & Rabbids: Kingdom Battle

Spielname: Mario & Rabbids: Kingdom Battle
Hersteller: Ubisoft
Vertrieb: Ubisoft
Erhältlich ab: 29.08.2017
Gesamt: sehr gut

Wenn Mario zur Knarre greift

Wenn der Klempner mit dem Karnickel: Das vielleicht innovativste Mario-Game seit Jahren kommt nicht von Nintendo selbst, sondern vom französischen "Assassin's Creed"-Publisher Ubisoft. Der stellt dem Jump&Run-Superstar seine irren Hasen zur Seite. Das Resultat - "Mario & Rabbids: Kingdom Battle" - ist ein kunterbuntes Strategietitel mit jeder Menge Humor, Tiefgang und Kult-Potenzial.

So ungewöhnlich dieser Schulterschluss der Marken auch sein mag - die Erklärung für das ungewöhnliche Szenario fällt etwas plump aus: Auf ihrer Waschmaschinen-Tour durch Zeit und Raum landen die Rabbids zufällig im Büro einer Erfinderin. Die hat gerade an einem "Augmented Reality"-Headset gearbeitet - und das liegt jetzt verwaist auf dem Schreibtisch, ebenso wie unzählige "Super Mario"-Sammlerstücke.

Resultat des Aufeinandertreffens: Rabbids, Headset und Mario-Merchandise werden gemeinsam in einen Raum-Zeit-Strudel gesaugt - und herauskommt eine wirre Kreuzung aus Klempner- und Karnickel-Kosmos, in der Mario zusammen mit "Rabbid-Peach" und "Rabbid-Luigi" gegen andere kostümierte Hasen antritt. Und zwar in taktischen Rundenstrategie-Schlachten, die sich deutlich am großen Vorbild "XCOM" orientieren.


Wichtigster Verbündeter in Kampf gegen die aggressiven Langohren ist der Roboter "Beep-0" - ein futuristisches Frisbee, das als Schnittstelle zwischen Spieler und Charakteren fungiert. Der Hi-Tech-Diskus befolgt die Befehle des Gamers und leitet sie an das Dreier-Helden-Team weiter. Die bewegen sich daraufhin brav durch die von schräg oben abgebildete Spielwelt, in der sich hinter Mario-typischen Ziegelsteinen, Kistenverschlägen und anderen Deckungen die Widersacher verschanzen.


Die eigene Position wechseln, sich von Team-Kollegen mit viel Beinmuskelschmalz über das Einsatzgebiet schleudern lassen, steigerbare Spezialfähigkeiten einsetzen und mit gezücktem Blaster entweder feindliche Rabbids oder ihre Deckung weg pusten: Das Spielsystem ist leicht zugänglich, bietet aber genug Freiraum für ausgefuchste Strategien. Vor allem die individuellen Fähigkeiten der verschiedenen Figuren sorgen im späteren Verlauf für reichlich Spieltiefe - zumal später weitere Charaktere zur Truppe stoßen und am Ende der vier Welten jeweils originelle Boss-Duelle warten.


So richtig interessant wird es allerdings, wenn die Helden die Sorte Extra-Fähigkeiten dazu gewinnen, die nicht im Kampf, sondern bei Erkundung der Spielwelt Einsatz finden: Dann werden hemmungslos Kisten verschoben, Schalter betätigt und Geheimgänge aktiviert - ganz wie im echten "Super Mario"-Leben. Und wem das noch immer nicht genug ist, der darf sich vor dem "Pilz-Palast" mit zusätzlichen Spiel-Modi beschäftigen: im "Museum" gesammelte Extras bewundern, beim Besuch vom "amiibo-Labor" neue Spielinhalte aktivieren oder zusammen mit zwei anderen Gamern in eine Art Multiplayer-Simulator abtauchen.


Bis die beiden so gekonnt miteinander verschmolzenen Welten wieder voneinander getrennt werden, gibt es also viel zu tun - und angesichts der hübschen Grafik noch mehr zu staunen.


Abgesehen von der konfusen Story ist das Crossover-Experiment "Mario & Rabbids" rundum gelungen. Vor allem die vielen am Wegesrand verstreuten Details und derben Häschen-Witze machen die Kollision der Spiele-Kosmen trotz zuweilen zickender Kameraführung zu einem der stärksten Mario-Abenteuer seit Jahren.


Robert Bannert

Trailer

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